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Gangroboter MoreGait

 

 

Gebiet/Branche: Medizintechnik

Thema: Gangrehabilitation

 

Therapeutischer Hintergrund: Der menschliche Gang ist ein hochkomplexer Vorgang, der ein Zusammenspiel einer Vielzahl von Muskeln und Gelenken sowie von Gleichgewichts-, Seh-, und Tastsinn erforderlich macht. Hierfür müssen viele Einzelbewegungen koordiniert zu einer Gesamtbewegung zusammengeführt werden. Dieser Koordinationsprozess kann aber durch eine Fülle von Schädigungen des zentralen Nervensystems gestört werden. So kommt es nach einer Verletzung des Rückenmarks oder bei einem Schlaganfall von einer Sekunde auf die andere zu erheblichen Beeinträchtigungen der Gehfunktion. Aber auch bei sich langsam entwickelnden neurodegenerativen Erkrankungen wie M. Parkinson oder Multipler Sklerose fällt den Patienten das Gehen zunehmend schwerer und es kommt früher oder später zur Abhängigkeit vom Rollstuhl.

 

Im Allgemeinen besteht die primäre Zielstellung in der Rehabilitation von diesen Patienten in der Verbesserung der geschädigten alltagsmotorischen Fähigkeiten, wobei der Wiederherstellung der Gehfähigkeit eine zentrale Bedeutung zukommt. Der hohe Stellenwert dieser Fähigkeit für die berufliche wie private Reintegration und die persönliche Lebensqualität ist offensichtlich. Ist der Patient - wie im Falle einer inkompletten Querschnittlähmung - noch in der Lage, zumindest einen Teil seiner Beinmuskeln aktiv zu kontrollieren, dann kann durch ein intensives Gehtraining eine entscheidende Verbesserung erreicht werden.

 

Das zugrundeliegende Therapieprinzip lässt sich mit der simplen einfachen Aussage „Gehen lernt man nur durch Gehen“ zusammenfassen. Ziel dieser Therapieform ist es in allen Fällen, gestörte Muskelfunktionen durch ständiges Üben wiederherzustellen und somit die Patienten in die Lage zu versetzen, eine bessere Kontrolle über ihre Motorik zu erlangen. Weitgehend wird angenommen, dass es aufgrund der lebenslang vorhandenen Neuroplastizität zu einer Reorganisation neuronaler Strukturen in Gehirn und Rückenmark kommt. Neuroplastizität beschreibt dabei die Eigenschaft des zentralen Nervensystems neue Nervenverbindungen bilden zu können, so dass durch eine Schädigung von Nervenzellen verloren gegangene Funktionen von intakten Nervenzellen ersetzt werden können. Von besonderer Bedeutung ist hierbei die Erkenntnis, dass das Rückenmark nicht nur ein „Kabel“ zur Verbindung von Gehirn und Muskeln darstellt, sondern eine eigene „spinale“ Intelligenz existiert, die in der Lage ist, selbständig Bewegungsmuster (sog. Spinaler Schrittmustergenerator) zu erzeugen.

 

 

Studienergebnisse: auf 5 Forschungslabormustern trainierten 30 inkomplett querschnittgelähmte Patienten  über 8 Wochen 3-4 mal wöchentlich im Heimbereich auf den Geräten und erzielten eine Verbesserung der Gehfunktionalität und -ausdauer von mehr als 50% bei reduzierter Hilfsmittelabhängigkeit.

 

Forschungsprototyp MoreGait
Forschungslabormuster MoreGait
während der klinischen Studie
bei einer Patientin zu Hause.

 

 

 

 

 MoreGait bei Versuchen in der Klinik
Forschungslabormuster MoreGait
bei Versuchen in der Klinik

 

 

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